Tod - Trauer - Vermissen
Diese 3 von vielen Wörtern werden oft mit einander im Bezug gebracht. Aber sie sind nur 3 von sehr vielen. Oftmals führt ein Tod einer geliebten Person auch dazu, dass man scheitert. Lustlos und Antriebslos ist. Sich nicht aufraffen kann, sich um sich selbst und andere Sachen zu kümmern. Einem in Depressionen reitet. Oder einem zum Ritzen, Rauchen, Trinken, Drogen nehmen oder auch zum Selbstmord führt. Doch dieses muss nicht sein, da man eigene Entscheidungen treffen kann und auch muss, zB. wie & ob man weiter leben will. Klar ist es schwer und wenn man dies noch nie erlebt hat, am eigenen Körper, diesen Schmerz der verursacht wird, weil diese Person aus dem Leben gerissen wird, kann man schlecht erklären und auch schlecht nachvollziehen. Und die die dies noch nicht erlebt haben, können froh darüber sein. Es ist verdammt hart, nach so einem Ereignis wieder in das normale Leben einzusteigen. Und es ist ein sehr harter Weg. Doch man kann ihn schaffen, wenn man es nur will. Und wenn die Freunde einem bei stehen, so wie Freunde es normalerweise auch machen, wird es zwar ein wenig leichter, doch es bleibt immer noch schwer. Man muss sich wirklich überlegen, wie man sein Leben weiterführen will. Ob man es schafft oder nicht. Ob man es will oder nicht. Ob man die nötige Kraft dazu aufbringen kann oder nicht. Bevor einem das Bewusst werden kann, sollte man sich vielleicht überlegen, was die verstorbene Person sich für einen gewünscht hätte. In meinem Fall ist das, dass ich denke, das mein Papa gewollt hätte, das ich weiterlebe, Kontakt zu meinen Freunden halte, mein Leben in den Griff bekomme und meine Lebensfrohe Art wieder zu entdecken. Und nicht an der Situation zu verzweifeln. OK, die erste Zeit habe ich damit verbracht Zuhause zu sitzen und mir die Augen auszuheulen. Doch wer hätte das nicht getan, wenn man den eigenen Vater verliert? - wahrscheinlich würde jeder weinen. Und wenn nicht mit Tränen, dann innerlich. Doch vielleicht sollte man Gefühle zulassen. Schließlich kann man ja nicht alles in sich reinfressen und daran kaputt gehen.. das bringt es ja auch nicht. Und wäre auch viel zu schade. Man kann sein ganzes Leben doch nicht damit verbringen.. oder? Naja ok.. ich hab es auch eine Zeit lang gemacht, und ich bereue es zutiefst! Denn dadurch ist mir nichts, nichts außer Schmerz in der Seele und Narben auf meinem Körper geblieben.. Und ich weiß, es war falsch dies zu tun. Und ich würde JEDEM ab raten, sich zu versuchen den seelischen Schmerz mit "Hilfe" von einer Klinge, Schere oder sonstigem raus zuschneiden. Den Schmerz, den man in der Seele hat, wird zwar durch einen Augenblick ausgeblendet und zurückgeschoben. Doch dieser Moment wird vergehen und dann ist der seelische Schmerz wieder da und die Narben sind auch da. Und diese wirst du nicht mehr los. Im Gegenteil, sie werden dich für immer begleiten und dich an die Schmerzen, die du durch machen musstest, immer und immer wieder erinnern. Und das wird man Früher oder Später bereuen. Vor allem, wenn man sich am Arm oder anderen Stellen am Körper selbst verletzt hat, wo es jeder sehen kann. Am meisten bereue ich, dass ich dachte, ich würde dadurch den Schmerz loswerden. Doch das war ein sehr großer Irrtum. Wahrscheinlich einer der Größten. Aber was solls, nun kann man es nicht mehr ändern.
Mittlerweile muss ich 3 Jahre,2 Monate und 16 Tage ohne meinen Papa leben. Jeden Tag aufs Neue. Mit der Zeit lernt man mit dem Gefühl zu leben. Doch damit umzugehen, ist noch heute schwer. Heute zum Beispiel fing ich in Religion an zu weinen, weil ich einen kleinen Teil zum Unterricht beigetragen habe, in dem ich gesagt habe, dass man selber die Entscheidung treffen muss, was man aus der Situation macht. Entweder man lebt zurückgezogen, sich in einer Ecke verkriechen, im Prinzip ist dieses kein Leben mehr. Und es gibt die andere Möglichkeit, für die ich mich entschlossen habe. Ein soweit es geht normales Leben zu führen. Und bei diesem Punkt füllten sich meine Augen mit Tränen. Da ich mich wieder dran erinnert habe, wie hart diese Entscheidung zu treffen war. Aber ich bereue es nicht. Schließlich bin ich nicht alleine gewesen. Meine Familie und meine Freunde waren für mich da. Und wenn ich wollte, hätte ich auch mit Lehrkräften darüber reden können. Und wenn man Unterstützung hat, fällt die Entscheidung leichter. Wirklich.
Ich denken, dass ich stolz drauf sein kann, mich dieser Entscheidung angeschlossen zu haben. Das sagen mir auch Freunde. Sie sagen, dass sie nicht wüssten damit umzugehen. Dass ihnen meine "Geschichte" fast mit zum weinen bringt. Dass sie nicht wüssten, ob sie weiterleben könnten und trotzdem noch so Lebensfroh auf andere Menschen zu wirken, den Eindruck zu hinterlassen, dass man ein normales 14 jähriges Mädchen ist. Dieses anderen, fremden Menschen "vorzumachen" ist nicht immer so leicht. Manchmal muss man sich echt zusammen reißen, wenn man Kinder mit ihrem Vater Hand-in-Hand rumlaufen sieht. Aber ich denk mir dann immer: Irgendwann werde ich meinen Papa auch an die Hand nehmen können. Aber erst, wenn meine Zeit gekommen ist. Er würde mich sonst sowieso zurück schicken und zu mir sagen,dass ich noch so viel erleben muss und er auf mich warten wird, egal wie lange es dauert. Und ich wieder zurück gehen soll und mein Leben soweit es geht ausleben und Glücklich sein und mich dann in den Arm nimmt & zu mir sagt "Nun geh wieder, meine Kleine<3 Deine Familie + deine Freunde warten schon auf dich & machen sich Sorgen."
Das denk ich das meist immer. Und es hilft mir auch, diesen Gedanken aufrecht zu erhalten. Und er Gibt mir Kraft, das hier durch zuziehen!
Falls mich jemand fragen sollte, ob ich zufrieden bin mit meinem Leben, würde ich "Ja, größtenteils schon. Zwar gibt es Situationen wo ich nicht zufrieden bin. Aber im Großen und Ganzen schon." und es wäre natürlich schön, wenn viele dieses auch zu sich sagen könnten. Aber irgendwann wird es bestimmt möglich sein und man sollte dafür auch kämpfen. Auch wenn es schwer ist und es natürlich Situationen und Phasen gibt, wo man nicht mehr kann und nicht mehr will. Die habe ich auch. Aber ich glaube, dass diese "normal" sind und auch dazu gehören.
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